Polster reinigen: So verwenden Sie Polsterreiniger für Couch und Auto

Polsterreiniger-Ratgeber
  • Autositze sind im Gegensatz zu Polstermöbeln imprägniert, sodass Sie sie deutlich seltener reinigen müssen.
  • Es gibt zahlreiche Hausmittel, die einen chemischen Polsterreiniger überflüssig machen.
  • Verwenden Sie Hausmittel sowie spezielle Polsterreiniger sparsam und testen Sie vorab die Materialverträglichkeit.

Bei der allgemeinen Hygiene zu Hause sollten die Polstermöbel nicht zu kurz kommen. Über kurz oder lang sammeln sich zahlreiche Partikel, die Sie sich sicherlich nicht auf Ihrer Couch haben möchten. Doch nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch im Auto hilft ein wenig Pflege, die Sitze wieder zum Strahlen zu bringen.

In unserem Ratgeber informieren wir Sie, in welchen Abständen Sie zum Polsterreiniger greifen sollten. Sie erfahren, welche unterschiedlichen Polsterreiniger es gibt und wie diese wirken. Neben der regelmäßigen Anwendung widmen wir uns auch der gezielten Fleckentfernung auf Polstermöbeln.

Machen Sie sich keine Sorgen bei Schmutz oder einem verschütteten Getränk. Mit ein paar Tipps und Tricks sowie bewährten Hausmittel lassen sich die meisten Flecken schnell beseitigen.

1. Polster reinigen – warum Sie nicht darauf verzichten sollten

Polster reinigen und waschen

Durch regelmäßiges Putzen minimieren Sie die Keimbelastung.

Das Sofa steht bei vielen Familien an zentraler Stelle. Tagsüber toben die Kinder über die Couch während die Erwachsenen vielleicht abends bei einem Gläschen Wein vor dem Fernseher entspannen. Doch nicht nur die Familie selbst bringt Schmutz in die Wohnung. Gäste setzen sich auf die Polstermöbel und bei einer Party landen schnell einmal ein Snack oder auch ein verschüttetes Glas auf dem Sofa.

Im Laufe der Zeit sammeln sich eine ganze Menge an unschönen Stoffen in der Couch:

  • Schmutz: Flecken von verschütteten Getränken oder Speisen sind meist offensichtlich.
  • Lebensmittelreste: In den Ritzen verstecken sich viele Keks-, Chips- oder Brotkrümel.
  • Staub: Hausstaub sitzt nicht nur an der Oberfläche der Polster, sondern dringt auch tief ein.
  • Ausscheidungen: Haare, Schweiß und Fett landen zwangsläufig in den Polstern. Sie bilden den idealen Nährboden für Hausstaubmilben und Bakterien.

Bei Hunde- und Katzenfreunden finden sich oftmals zusätzlich zahlreiche Tierhaare sowie Reste von Urin und Kot auf der Couch. Regelmäßige Pflege ist daher unabdingbar, auch wenn die Polster auf den ersten Blick tadellos aussehen.

Groben Dreck und Schmutz sowie Haare und Staub können Sie leicht mit einem Staubsauger entfernen. Um jedoch sämtliche Keime und Bakterien oder aber hartnäckige Flecken zu beseitigen, müssen Sie zu anderen Methoden greifen.

Achtung: Wenn Sie mit sehr vielen Allergenen wie Hundehaaren oder auch Milben in Kontakt kommen, steigt das Risiko, dass Sie eine Allergie entwickeln.

2. Autositze mit Polsterreiniger behandeln

Tutorial um Polster richtig zu reinigen

Saugen Sie die Sitze zunächst gründlich ab.

Von Zeit zu Zeit wird es notwendig, den Innenraum des Pkws zu reinigen. Kunststoffteile lassen sich wesentlich leichter pflegen als die Sitze. Zunächst sollten Sie die Autositze absaugen, um oberflächlichen Schmutz und Staub zu beseitigen.

Eine tiefergehende Reinigung wird bei akuten Flecken notwendig. Ansonsten sollten Sie die gepolsterten Sitze nicht zu stark beanspruchen und nur etwa einmal im Jahr gründlich reinigen. So bleibt die von den Fahrzeugherstellern aufgebrachte Imprägnierung lange erhalten. Da diese schmutzabweisend ist, wird die Imprägnierung bei jeder intensiven Reinigung schwächer, sodass sich vermehrt Schmutz auf den Polstern halten kann.

Polsterreiniger enthalten teils sehr aggressive Substanzen, die Flecken beseitigen sollen. Leider leiden bei der Verwendung auch schnell die Struktur sowie die Farbe der Polster. Greifen Sie daher nur zu starken Polsterreinigungsmitteln, wenn mit schonenderen Methoden keinen Erfolg haben.

Erfahrungen mit Polsterreinigern

Nehmen Sie nur wenig Wasser.

Schritt für Schritt zum sauberen Autositz:

  • Nehmen Sie einen nicht färbenden Schwamm zur Hand
  • Als nächstes füllen Sie eine kleine Schüssel mit warmem Wasser und geben Sie etwas Waschpulver hinein. Rühren Sie die Mischung gründlich durch, bis keine Waschmittelstückchen mehr zu sehen sind. Alternativ können Sie ein Spülmittel oder aber flüssiges Waschgel verwenden.
  • Tunken Sie den Schwamm nun in die Mischung, wringen ihn jedoch aus, bevor Sie ihn über die Sitze reiben. Vermeiden Sie es, die Autositze zu durchnässen.
  • Nehmen Sie ein weiteres leicht angefeuchtetes Tuch zur Hand, um die gelösten Schmutzreste sowie die Waschmittelrückstände zu entfernen.
  • Trocknen Sie die Sitze im Anschluss an die Reinigung mit einem trockenen Tuch ab. Am besten verwenden Sie ein fusselfreies Microfaser- oder Baumwolltuch

Neben einem wie neu erstrahlenden Sitz hat die Verwendung von Waschmittel den Vorteil, dass Sie sich über einen frischen Duft im Innenraum Ihres Fahrzeugs freuen können.

Verwenden Sie in Gegenden mit hartem Wasser nur destilliertes Wasser. So verhindern Sie eventuelle Kalkrückstände, die sich als weiße Flecken auf dem Sitz äußern.

Bei hartnäckigeren Flecken hilft Rasierschaum. Sprühen Sie den Fleck direkt ein und verreiben den Schaum. Nach einer kurzen Einwirkzeit von etwa fünf Minuten wischen die Reste des Schaums mit einem feuchten Lappen ab. Da Rasierschaum jedoch etwas aggressiver wirkt als Waschmittel, testen Sie vorab die Materialverträglichkeit an einer unauffälligen Stelle, beispielsweise an der Seite des Sitzes, die nur schlecht einsehbar ist.

3. Die Couch von Flecken und Schmutz befreien

Der passende Staubsauger für Allergiker:

Da Allergiker deutlich anfälliger für Hausstaub, Milben und Pollen sind, sollten sie am besten zu Staubsaugern mit HEPA- oder sogar mit Wasserfilter greifen. So werden die nicht erfassten Kleinstpartikel auf ein Minimum reduziert. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V. empfiehlt Staubsauger mit der Filterklasse 13.

Die Couch ist im Gegensatz zu den Sitzen Ihres PKWs in der Regel nicht besonders imprägniert, um Schmutz abzuweisen. Es sammelt sich auf den Polstermöbeln deutlich schneller Staub an. Saugen Sie daher die Sofalandschaft möglichst regelmäßig ab.

Die meisten Flecken lassen sich mithilfe einiger Hausmittel schnell und dauerhaft beseitigen. Dies gilt sowohl für Stoffsofas als auch für die Ledercouch oder die Polsterecke aus Microfaser. Allerdings können Sie bei der Reinigung unterschiedlicher Materialien nicht auf dieselbe Weise vorgehen.

Falls Sie einmal mit klassischen Polsterreinigern nicht weiterkommen sollten und die Couch retten möchten, können Sie auch auf die Hilfe professioneller Polsterreinigungsunternehmen zurückgreifen. In der Regel berechnen die Firmen zwischen 30 und 50 Euro für die Säuberung eines Sitzplatzes.

3.1. Leder- und Kunstledersofas säubern

selber machen

Bei regelmäßiger Pflege entstehen nicht so leicht Flecken.

Die glatten Oberflächen des Leders oder Kunstleders erleichtern Ihnen das Säubern. Wischen Sie bei Verschmutzungen, die im normalen Bereich liegen, mit einem feuchten Tuch über die Oberflächen.

Bei verschütteten Getränken oder Essensresten sollten Sie möglichst rasch handeln. Mit der Zeit dringen die Farbstoffe tief in das Gewebe ein, sodass die Reinigung extrem schwierig wird. Sofern sich der Fleck lediglich an der Oberfläche befindet, tupfen Sie diesen mit etwas Küchen- oder auch Toilettenpapier vorsichtig ab. Vermeiden Sie es, stark zu reiben, da die Farbstoffe ansonsten tiefer in das Gewebe eindringen können. Zur Nachbehandlung ist ein feuchtes Tuch ausreichend.

Bei stark fetthaltigen Flecken können Sie auch zu einem sanften Spülmittel greifen. Dieses wirkt fettlösend. Vergessen Sie nicht, anschließend mit einem nur mit Wasser benetzten Lappen die Spülmittelreste zu entfernen.

Bei eingetrockneten Flecken können Sie zu Waschbenzin oder reinem Alkohol greifen. Diese Stoffe greifen das Leder an sich nicht an.

Tipp: Um ein schnelles Einziehen zu verhindern, sollten Sie Ihre Ledercouch regelmäßig mit Lederfett behandeln. Zusätzlich bleibt das Leder weicher und wird nicht so schnell brüchig.

3.2. Die passenden Polsterreiniger für Stoffbezüge

Bei Stoffbezügen dringen Flecken schnell tief in die Fasern ein. Um dies zu verhindern, sollten Sie bei akuten Flecken schnell handeln. Landet beispielsweise ein Glas Rotwein auf dem Sofa, so nehmen Sie einen großen Lappen oder reichlich Küchenpapier, um so viel Flüssigkeit wie möglich aufzunehmen. So kann sich insgesamt deutlich weniger Farbstoff in den Fasern der Couch festsetzen.

Im Anschluss helfen Ihnen folgende Hausmittel, um den Farbstoff des Flecks zu eliminieren:

  • Weißwein
  • Rasierschaum
  • Salz

Die verschiedenen Reinigungsmittel zersetzen die intensiven Farbstoffe des Rotweins. Nach einer kurzen Einwirkzeit von einigen Minuten waschen Sie die Reste mit klarem Wasser aus. Am besten nehmen Sie destilliertes Wasser, um Kalkränder zu vermeiden. Bei Weißwein besteht das große Problem darin, dass Sie Ihre Couch noch weiter durchnässen. Diesen sollten Sie daher lediglich bei sehr kleinen Flecken verwenden.

Tipp: Die perfekte Möglichkeit, um große Mengen an Flüssigkeiten oder Speiseresten zu entfernen, ist ein Nasssauger.

Polsterreiniger erklärt

Dampf dient der Desinfektion.

Sobald Flecken trocknen, wird es schwieriger, diese zu entfernen. Helle Polstermöbel können Sie mit Natron oder Backpulver bestreichen. Dazu nehmen Sie ein etwas Wasser und streichen Sie die Mischung auf den Fleck. Testen Sie dies unbedingt vorher an einer unauffälligen Stelle, da beide Methoden ähnlich wie ein Bleichmittel wirken. Je nach Art der Färbung kann es zu Farbveränderungen kommen.

Falls Sie Ihre Couch auffrischen und desinfizieren möchten, können Sie neben klassischen Desinfektionsmitteln auch zu einer Mischung aus Wasser und Essigessenz greifen. Verwenden Sie ein Mischungsverhältnis von Eins zu Eins.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Reinigung mit Dampf. Die hohen Temperaturen, die entstehen, töten die meisten Bakterien und Milben ab. Da der Stoff Ihrer Couch anschließend sehr feucht ist, sollten Sie ihn gründlich trocknen lassen, da sich ansonsten Schimmel bilden kann.

4. Polsterreiniger im Überblick

Neben milden Hausmitteln sind auch diverse Polsterreiniger geeignet, um Flecken effektiv zu beseitigen. Dabei setzen die unterschiedlichen Firmen auf verschiedene Polsterreiniger. Gängig sind die Folgenden:

  • Aktivschaum: starke Wirkung; benötigt allerdings eine kurze Einwirkzeit; muss mit einem Tuch eingerieben werden
  • Spray: schwächere Wirkung als Schaum; für kleinere Flecken bestens geeignet; keine Einwirkzeit
  • Konzentrat: aufwendige Methode, da Sie den Reiniger zunächst von Hand verdünnen müssen; hat eine hohe Ergiebigkeit, muss ähnlich wie der Schaum bei der Behandlung einwirken
  • Tücher: sehr einfach; als erstes Mittel gut geeignet; entfernt hartnäckige Flecken eher schlecht

Wichtig ist, dass Sie einen Polsterreiniger auswählen, der genau zur Stoffart passt. Eine kurze Anleitung zur Anwendung der Reiniger finden Sie direkt auf der Verpackung. Beachten Sie die dort enthaltenen Hinweise genau.

Im Zweifel sollten Sie zunächst nur eine kleine Menge des Polsterreinigers verwenden. Viel hilft in den wenigsten Fällen viel. Lässt sich ein Fleck mit diesem Mittel nicht beseitigen, ist es in der Regel das Falsche.

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