Lederreinigung: So reinigen Sie Lederware richtig

Lederreinigung-Ratgeber
  • Bei Leder handelt es sich um die gegerbte Haut von unterschiedlichen Tieren. Es gibt verschiedene Arten, die nach Tierart, Gerbverfahren oder Herstellungsweise sortiert werden können. Im Allgemeinen wird zunächst grob zwischen Glattleder und Rauleder unterschieden.
  • Leder ist ein sehr empfindliches Material, sodass sich die Lederreinigung als sehr anspruchsvoll erweist. Nach der Reinigung sollten Sie Ihr Lederprodukt unbedingt ausreichend pflegen, um das Material zu schützen.
  • Oftmals ist bei Flecken oder Rissen eine professionelle Lederreinigung vonnöten. Das Fachpersonal ist auf das Material spezialisiert und kann dieses mit speziellen Geräten und Mitteln optimal reinigen und reparieren.

Egal ob Lederhose, Lederjacke oder Ledersofa – Leder ist ein beliebtes Material, aus dem viele verschiedene Produkte hergestellt werden können. Bei dem Material handelt es sich um echte Tierhaut, die chemisch haltbar gemacht wird. Damit Sie möglichst lange etwas von Ihrer Lederbekleidung haben, sollten Sie das Material sehr gut pflegen.

Aber wie kann ich Leder reinigen? Welche verschiedenen Arten gibt es und worauf muss ich besonders achten?

In unserem Ratgeber bekommen Sie alle wichtigen Informationen rund um die Lederpflege. Wir geben Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Arten und deren individuellen Eigenschaften. Außerdem geben wir Ihnen Tipps, welche Hausmittel Sie zur Lederreinigung einsetzen können. Wir zeigen Ihnen auf, welche speziellen Pflegeprodukte es gibt und was eine professionelle Lederreinigung kostet.

1. Leder besteht aus gegerbter Tierhaut

Rauleder Pflege

Es gibt unendlich viele verschiedene Lederarten.

Leder ist ein tierisches Produkt, welches aus der Haut gewonnen wird. Dazu wird die Haut zunächst abgezogen und konserviert. Im Anschluss wird sie auf die bevorstehende Gerbung vorbereitet, bei der aus der rohen Haut Leder gemacht wird.

Es gibt verschiedene Gerbverfahren. Welche Gerbungsart Anwendung findet, hängt davon ab, welche Gerbstoffe verwendet werden und welches Produkt daraus entstehen soll. Nach dem Gerben finden weitere Behandlungen statt, die dem Leder die gewünschten Eigenschaften verleihen.

Echtes Leder vs. Kunstleder

Heutzutage wird echtes Leder aufgrund der teuren Herstellung immer häufiger durch Lederimitate ersetzt. In einigen Fällen können die Materialien mit bloßen Auge nicht voneinander unterschieden werden.

Insgesamt gibt es unendlich viele verschiedenen Lederarten. Die Haut kann dabei von Rindern, Ziegen, Schafen, Schweinen und vielen anderen Tieren stammen. Sie besitzen unterschiedliche Stärken, Oberflächen und Farben.

Grundsätzlich wird zunächst zwischen Glattleder und Rauleder unterschieden. Während es sich bei Glattleder um die beinahe unbearbeitete Hautoberfläche des Tieres handelt, wird die Haut beim Rauleder angeschliffen und aufgeraut. Darüber hinaus können die Lederarten nach Tierart oder auch dem Verwendungszweck geordnet werden.

Um Ihnen einen kleinen Überblick über die verschiedenen Arten zu geben, stellen wir Ihnen in der folgenden Tabelle einige häufig verwendeten Lederarten vor:

Lederart Eigenschaften Verwendung
Anilinleder
  • Oberflächenstruktur bleibt sichtbar
  • weicher, natürlicher Griff
  • nur makellose Häute werden verwendet
  • Farbstoffe dringen tief ins Gewebe ein
  • offenporig und sehr empfindlich
  • edel und hochwertig
fast alle Bereiche: Taschen, Sofas, Schuhe, Bekleidung
Semianilinleder
  • weicher Griff
  • wird mit Pigmentfarben leicht getönt
  • Porenbild ist noch gut erkennbar
  • strapazierfähiger als Anilinleder
Couch, Taschen, Jacken
Pigmentiertes Leder
  • erhält deckende und schützende Pigmentfarbschicht
  • wenig Naturmerkmale sichtbar
  • pflegeleicht und robust
  • mäßig weicher Griff
Schuhe, Taschen, Jacken, Autoleder, Möbel
Rauleder (Nubukleder, Veloursleder, Wildleder)
  • Oberfläche ist samtig
  • samtiger Griff durch Aufrauen, Anschleifen
  • sehr empfindlich und anfällig für Flecken
Schuhe, Taschen, Kleidungsstücke

Tierschutzorganisationen wie PETA setzen sich hingegen dafür ein, dass der Verkauf von Tierhäuten eingestellt wird. Sie kritisieren, dass die Tiere grausam gehalten und auf brutale Weise getötet werden. Laut wissenschaftlichen Erhebungen wird in Deutschland im Durchschnitt etwa eins von 100 Schweinen nicht ordnungsgemäß betäubt.

2. Leder richtig reinigen

Leder ist in der Regel ein sehr empfindliches Material, sodass generell nur eine schonende Behandlung in Frage kommt. Es spielt jedoch auch immer eine Rolle, um welche Lederart es sich handelt und ob eine Couch oder ein Kleidungsstück betroffen ist.

Achtung: Vermeiden Sie in jedem Fall Lösungsmittel wie Benzin oder Alkohol. Diese würden das Leder zerstören.

Grundsätzlich können Sie viele Kleidungsstücke aus Leder waschen, wenn sie Verschmutzungen aufweisen. Dabei müssen Sie jedoch stets sehr behutsam vorgehen.

Bevor Sie wahllos zu einem Waschmittel oder Fleckentferner greifen, sollten Sie sich also zunächst erst einmal das Material anschauen. Während einige Glattleder problemlos mit einem Lederreinigungsmittel behandelt werden können, werden besonders offenporige Lederarten durch dieses Mittel angegriffen. Daher sollten Sie Lederwaren aus Anilin-, Semianilin- und Rauleder unbedingt in die Reinigung bringen.

2.1. Leder waschen

weißes Leder reinigen

Nicht jede Lederart hält eine Maschinenwäsche aus.

Einige Lederarten können problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Das gilt natürlich ausschließlich für Kleidungsstücke wie Hosen oder Jacken. Schuhe sollten Sie hingegen immer per Hand mit einer weichen Bürste oder einem Tuch putzen.

Gefärbtes Leder müssen Sie vor dem Waschen mit einer Fixierung behandeln, da ansonsten die Farben verblassen können. Um die Farben zu erhalten und das Leder nicht zu schädigen, müssen Sie außerdem spezielles Waschmittel verwenden. Im Fachhandel gibt es Lederwaschmittel, sie können jedoch auch Wollwaschmittel benutzen.

Im Folgenden bekommen Sie eine kurze Waschanleitung:

  • Wählen Sie einen Schonwaschgang aus.
  • Stellen Sie maximal 30°C ein.
  • Drehen Sie die Schleuderzahl auf maximal 500 U/min.
  • Nach dem Waschgang Weichspüler in die Maschine geben und erneut waschen.
  • Im Anschluss das Kleidungsstück gut durchkneten.
  • In Form ziehen und auf einem trockenen Tuch trocknen lassen.
  • Zuletzt mit Imprägnierspray oder Pflegemitteln bearbeiten.

Hinweis: Taschen oder Ledersitze können Sie mit einer Mischung aus Reinigungsmittel und Wasser reinigen und auffrischen. Diese Mischung mit einer Sprühflasche auftragen und mit einem Microfasertuch abwischen.

2.2. Hausmittel gegen Flecken

Zustand

Lederschuhe können Sie mit einer weichen Bürste oder einem Tuch reinigen.

Gerade an Schuhen sind Salz- und Wasserflecken im Winter keine Seltenheit. Frische Ränder können Sie mit einem feuchten Baumwolltuch beseitigen. Schwieriger wird es jedoch, wenn die Flecken schon in das Gewebe eingezogen sind. In diesem Fall kann Essigwasser helfen. Dieses mit einem Schwamm oder einer weichen Bürste auftragen und abtupfen.

Aber auch Fettflecken können sich auf Ledertextilien festsetzen. Handelt es sich um einen frischen Fleck, sollten Sie das Fett zunächst mit einem Küchenpapier abtupfen. Anschließend können Sie den Fleck mit einer Mischung aus Wollwaschmittel und Wasser behandeln. Da Rauleder kein Wasser vertragen, können Sie zur Fleckentfernung Babypuder oder Speisestärke verwenden. Das gewünschte Mittel auf den Fleck geben und nach einer kurzen Einwirkzeit abbürsten.

Bereits getrocknete Fettflecken können Sie je nach Lederart mit Gallseife oder einem Schmutzradierer beseitigen.

Auch bei Flecken auf Ledermöbeln müssen Sie zunächst schauen, um welches Leder es sich handelt. Glattleder müssen wie bei Kleidungsstücken anders behandelt werden als Rauleder. Fettflecken auf der Couch können Sie mit Speisestärke oder Babypuder lösen. Dazu das Puder auf den Fleck auftragen, einwirken lassen und vorsichtig abbürsten. Fettflecken auf Glattleder können Sie auch mit Wollwaschmittel und Wasser beseitigen.

Tipp: Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten, können Sie spezielle Fleckentferner im Fachmarkt besorgen. Dort gibt es für jede Ledersorte ein eigenes Reinigungsmittel. Testen Sie dieses jedoch immer zunächst an einer unauffälligen Stelle.

3. Leder pflegen

Tricks

Stimmen Sie das Pflegemittel unbedingt auf die Art des Leder ab.

Leder hat von Natur aus zumeist einen wunderbar weichen Griff. Damit das so bleibt, ist die Lederpflege jedoch enorm wichtig. Diese wird besonders bei neuen Lederwaren vernachlässigt. Durch äußere Einflüsse wird das Leder jedoch zumeist sehr stark beansprucht, sodass es nach einiger Zeit spröde wirkt, austrocknet und an Farbe verliert.

Die Art der Pflege richtet sich natürlich stets nach den Eigenschaften des einzelnen Leders. Während offenporige Lederarten enorm viel Pflege benötigen, sind pigmentierte Lederarten durch die Farbschicht bereits gut geschützt und dementsprechend pflegeleichter.

Tipp: Vor allem Wildleder kann nach einiger Zeit unschön glänzen. Im Fachhandel gibt es jedoch eine speziell entwickelte Bürste, die dieses Glänzen verhindern kann.

Im Handel gibt es unendlich viele verschiedene Lederreinigungsmittel. Egal ob Milch, Creme oder Fett – alle Mittel sollen laut Hersteller das Produkt optimal pflegen. Ob das Mittel letztendlich für Ihre Lederart geeignet ist, können Sie nur feststellen, indem Sie es an einer unauffälligen Stelle testen.

Schuhe sind in der Regel leicht zu pflegen. Glattleder können Sie mit einer geeigneten Schuhcreme polieren. Diese Creme bildet eine Schutzschicht, sodass sich Schmutz nicht mehr so einfach festsetzen kann. Zudem bekommt der Schuh durch das Pflegemittel einen tollen Glanz. Bestehen die Schuhe aus Rauleder, sollten Sie diese lediglich mit einer weichen Bürste abbürsten. Zum Imprägnieren können Sie spezielles Spray auftragen.

Hinweis: Nass gewordene Lederschuhe können beim Trocknen extrem hart und spröde werden. Um dies zu verhindern, können Sie den Schuh mit Zeitungspapier ausstopfen.

Bei Ledermöbeln reicht es zumeist, wenn Sie diese regelmäßig absaugen und mit einem feuchten, weichen Tuch bearbeiten. Um die Oberfläche zu schützen, können Sie Lederpflegemittel verwenden. Handelt es sich um Rauleder, ist jedoch ein Fachmann gefragt.

4. Leder professionell reinigen lassen

Lederreinigung

Spezialisierte Fachkräfte reinigen Polstermöbel mit besonderen Mitteln und Geräten.

Bei starken Verschmutzungen oder hartnäckigen Flecken, kann zumeist nur noch ein Lederfachmann helfen. Gleiches gilt, wenn Sie nicht genau wissen, um welches Leder es sich handelt. Denn durch falsche Reinigungs- und Pflegemittel können Sie das Leder schnell beschädigen.

Auch durch das Reiben und Scheuern mit ungeeigneten Bürsten können Sie die Fasern zerstören.

In einer Pelz- und Lederreinigung sind die Fachkräfte auf das besondere Material spezialisiert. Mit speziellen Geräten und Reinigern können Sie jede Art von Leder säubern und auch reparieren. Die Preise für die verschiedenen Lederprodukte sind sehr unterschiedlich.

Im Folgenden finden Sie eine kleine Tabelle, die Ihnen einen kleinen Überblick über die durchschnittlichen Kosten geben soll.

Produkt durchschnittlicher Preis
(Wild-)Lederjacke 40 bis 50 Euro
Handschuhe 15 Euro
Lederhose 35 bis 40 Euro
Tasche 20 bis 30 Euro

Handelt es sich um Ledersitze im Auto oder Polstermöbel sollten Sie sich an Unternehmen wenden, die für die Reinigungen zu Ihnen nach Hause kommen. Wie viel das Reinigen kostet, hängt sehr stark von der Lederart ab. Sie sollten jedoch etwa 300 bis 500 Euro einplanen.

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