Federkissen waschen: So wird’s gemacht

Federkissen-waschen-Ratgeber
  • Wenn Sie Federkissen waschen, benötigen Sie ein geeignetes Waschmittel, eine Waschmaschine sowie einen Wäschetrockner.
  • Wer Federn unsachgemäß behandelt, riskiert, dass sich diese verklumpen und ihre wärme- und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften einbüßen.
  • Verzichten Sie auf Weichspüler. Dieser umhüllt die Federn, sodass diese ihre natürlichen Funktionen verlieren und leicht verkleben.

Federn und insbesondere Daunen sind als Kissenfüllungen sehr begehrt. Sie sind nicht nur kuschelig weich, sondern sorgen auch für einen exzellenten Schlafkomfort. Von Zeit zu Zeit wird jedes Kissen schmutzig, sodass sich die Frage der Waschbarkeit stellt.

Wie wasche ich Federkissen richtig? Welches ist die ideale Waschtemperatur und welche Besonderheiten sind beim Trocknen zu beachten?

In unserem Ratgeber widmen wir uns diesen und vielen weiteren Fragen zum Thema Federkissen waschen. Sie erfahren, welches Waschmittel geeignet ist und mit welchen Tipps Sie noch lange Zeit wie auf Wolken schlafen.

1. Das Federkopfkissen – ohne Waschen geht es nicht

Federkissen waschen ohne trocknen

Waschen ist auch bei Federkissen wichtig.

Jeden Abend gehen wir zu Bett. In einer Nacht verbringen wir durchschnittlich zwischen sieben und neun Stunden mit Schlafen. Dabei ruht der Kopf auf dem Kissen. Wir verlieren Hautschuppen, Talgreste und Schweiß. Auch das eine oder andere Tröpfen Speichel landet auf dem Kissen.

Sicherlich ist das Kopfkissen durch einen Bezug geschützt, sodass nicht alle Partikel ins Innere Ihres Kissens gelangen. Mit der Zeit landen jedoch mehr und mehr Partikel in der Kissenfüllung. Feine Hautzellen, Schweiß sowie ein angenehm warmes Klima sind die optimalen Bedingungen für Hausstaubmilben.

Diese kleinen unangenehmen Zeitgenossen sind hauptsächlich im Bett zu finden. Aufgrund der Größe können sich die meisten Milben in der Matratze verbergen. Das Kopfkissen bietet im Gegensatz zur Matratze jedoch den Vorteil, dass Sie es waschen können und auch sollten.

Beim Waschen entfernen Sie nicht nur Milben, sondern auch andere Bakterien, Verunreinigungen sowie Allergene. Zögern Sie den Waschgang zu lange hinaus, fängt Ihr Kissen an, unangenehm zu riechen. Jetzt ist es allerhöchste Zeit, es einer gründlichen Reinigung zu unterziehen.

Tipp: Ideal ist es, ein Federkissen etwa einmal im Jahr zu waschen.

Wer stark schwitzt, kann es auch etwas öfter in die Waschmaschine geben. Jedoch sollten Sie eine zu häufige Reinigung vermeiden, da Federn extrem empfindlich sind und sehr leicht abbrechen können. Je häufiger Sie Ihr Federkissen waschen, desto eher ist es abgenutzt und kann seine Funktion nicht mehr erfüllen.

Auf der anderen Seite hilft es Ihnen nicht, das Kissen nicht zu waschen, da Daunen bei zu starker Verschmutzung verklumpen können. Dadurch wirken sie nicht mehr wärme- und feuchtigkeitsregulierend.

2. Federkissen waschen – Schritt für Schritt zum perfekten Ergebnis

Federn und den etwas feineren Daunen werden zahlreiche positive Eigenschaften zugeschrieben. Bei guter Pflege können Sie Ihr Kopfkissen über Jahre hinweg nutzen und sich über einen hervorragenden Schlafkomfort freuen.

Damit Sie Ihr Kissen nicht allzu häufig in die Waschmaschine geben müssen, sollten Sie es:

  • regelmäßig lüften, damit sich nicht zu viel Feuchtigkeit in der Federn sammeln kann
  • und es am besten jeden Morgen kurz aufschütteln.

So bleiben die selbstreinigenden Eigenschaften der Daunen deutlich länger erhalten.

2.1. Vorbereitung und Programmwahl

Kann man Federkissen waschen?

Achten Sie auf die richtige Einstellung.

Wenn Sie Ihr Federkopfkissen waschen möchten, sollten Sie es vorab genau in Augenschein nehmen. Überprüfen Sie das Kissen auf kleine Löcher. Meist werden diese schnell sichtbar, da sich Daunen durch das Kissen nach außen bohren. Ziehen Sie die sichtbaren Federn nicht heraus, da Sie so die Öffnung noch weiter vergrößern. Versuchen Sie stattdessen, die Federn sanft in das Kisseninnere zurückzuschieben.

Falls Federn in der Maschine landen, kann dies erheblichen Schaden anrichten. Im schlimmsten Fall gelangen die feinen Daunen an empfindliche Stellen Ihrer Waschmaschine, wodurch diese beschädigt werden kann.

Um zu vermeiden, dass Federn aus dem Bezug des Kissens herausrutschen, stecken Sie Ihr Kissen am besten in einen großen Wäschesack. So wird das Risiko des Platzens nahezu ausgeschlossen.

Als nächstes stellen Sie ein Programm für pflegeleichte Wäsche ein. Bei modernen Waschmaschinen haben Sie deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten. Achten Sie vor allem darauf, eine möglichst geringe Schleuderanzahl einzustellen.

Beim Schleudern leiden die empfindlichen Federn besonders stark. In nassem Zustand brechen einzelne Federn schnell ab, sodass Sie sie möglichst schonend behandeln sollten. Ideal ist eine Schleuderzahl zwischen 600 und 800 Umdrehungen pro Minute.

Tipp: Durch das Hinzufügen eines oder auch mehrerer Tennisbälle erreichen Sie, dass die Federn sich nicht so stark verklumpen können. Sie werden durch den Kontakt zu dem Ball immer wieder aufs Neue durcheinandergewirbelt.

Waschen Sie das Federkissen stets alleine. Falls Sie weitere Textilien mitwaschen, werden die Federn zu sehr gequetscht und plattgedrückt. Die mechanische Belastung, die auf die Federn wirkt, wird verstärkt.

Lesen Sie vor dem Waschen stets die auf dem Kissen stehenden Textilpflegehinweise. Wenn Sie etwas ältere Federkopfkissen waschen, werden Sie oftmals eine Temperaturbeschränkung auf 30 oder 40 Grad Celsius finden. Neuere Federkissen können Sie hingegen meist bei einer Temperatur von 60 Grad Celsius waschen.

2.2. Federn reagieren sensibel auf Waschmittel

Hilfe, Daunenkissen stinkt nach dem Waschen

Das richtige Waschmittel ist entscheidend.

Federn sind ein Naturprodukt und kommen nur bedingt mit Waschmitteln zurecht. Vollwaschmittel enthalten zahlreiche chemische Verbindungen, wie

Die Verwendung von Enzymen und Bleichmitteln stellt ein besonderes Problem für empfindliche Daunen dar. Federn und die etwas feineren Daunen enthalten eine natürliche Fettschicht, die sie schützt. Durch Fettlöser wird diese Schutzschicht angegriffen.

Wenn Sie Federn waschen, sollten Sie daher stets ein Fein- oder Wollwaschmittel verwenden. Noch besser sind spezielle Daunenwaschmittel. Im Gegensatz zu anderen Produkten schützen diese die Fettschicht der Daunen bewusst und wirken rückfettend.

Bei günstigeren Kissen reicht allerdings ein Feinwaschmittel aus, da die verwendeten Federn nicht an die Qualität feiner Daunen heranreichen. Nach einigen Jahren im Einsatz sollten Sie diese Kissen austauschen. Beinhaltet Ihr Kissen eine hochwertige Daunenfüllung, können Sie dies bei ordentlicher Pflege auch nach zehn Jahren noch nutzen.

Verzichten Sie auf Weichspüler: Die Substanzen des Weichspülers legen sich um die einzelnen Federn. Die Folge ist, dass diese verkleben und die wärme- und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften verlorengehen!

3. Das Federkissen richtig trocknen

Federkissen waschen und trocknen

Geben Sie einige Tennis- oder Trocknerbälle in die Trommel.

Beim Reinigen eines Federkissens wird dem Trockenvorgang häufig zu wenig Beachtung geschenkt. Das Waschen geht meist problemlos von der Hand. Wer sein Kissen nun jedoch einfach über einen Wäscheständer hängt und wartet, bis es getrocknet ist, kann sich über das Ergebnis nur ärgern.

Da die Federn beim Waschen stark aneinandergedrückt werden und sich mit Wasser vollgesaugt haben, liegen sie übereinander. Trocknen die Daunen in diesem Zustand, verkleben sie miteinander und es wird extrem schwer, sie wieder voneinander zu trennen.

Um dies zu vermeiden, benötigen Sie einen Wäschetrockner. Geben Sie das Kissen in die Trommel und stellen Sie ein Programm mit einer niedrigen Temperatur ein. Dies gilt sowohl für ältere als auch für neuere Kissen. Die trockene Wärme sollte nur dosiert eingesetzt werden, damit die empfindlichen Federn nicht zu schnell trocknen. Dies kann dazu führen, dass die Federn leichter abbrechen.

Im Trockner werden die Daunen stetig durcheinandergewirbelt, sodass sie nicht verklumpen können. Dieser Effekt lässt sich durch das Hinzufügen von zwei oder drei Tennisbällen noch verstärken. Es rumpelt zwar etwas in der Trommel. Die Tennisbälle schaden jedoch weder der Trommel Ihres Trockners noch den Federn.

Falls Sie ein perfektes Ergebnis wünschen, pausieren Sie das Trockenprogramm nach etwa einer halben Stunde und schütteln Sie das Kissen einmal per Hand auf. So erreichen Sie, dass die Federn, die sich in einer Ecke gesammelt haben, sich erneut mit den restlichen Federn vermischen.

Ist der Trockenprozess abgeschlossen, enthalten die Daunen meist noch etwas Restfeuchtigkeit. Diese lässt sich bei niedrigen Temperaturen nur bedingt mit dem Trockner beseitigen. Nun kommt der Wäscheständer zum Einsatz. Legen Sie das Kissen dort aus und schütteln Sie es so oft wie möglich aus. Ist das Kissen bereits fast vollständig getrocknet, genügt es, wenn Sie dies alle paar Stunden tun.

Bevor Sie eine Kissenhülle über das Federkissen ziehen, sollte dieses vollständig getrocknet sein. Ansonsten riskieren Sie die Bildung von Schimmel und machen es Bakterien leicht sich zu vermehren.

4. Die professionelle Reinigung eines Federkissens

Federkopfkissen waschen

Große Geräte erleichtern die Reinigung.

Bei hochwertigen Kissen, an denen Sie sehr hängen, können Sie auch überlegen, diese in die Reinigung zu geben. Die Reinigung des Kissens erfolgt anders als bei Ihnen zu Hause. In der Regel setzen Reinigungsunternehmen zur Pflege der Daunen auf heißen Wasserdampf.

Mit dieser Methode werden empfindliche Daunen schonender behandelt. Wenn Sie Ihr Daunenkissen waschen lassen, können Sie zusätzliche Angebote in Anspruch nehmen. Viele Textilreinigungen werden Ihnen anbieten, die Kissenfüllung zu untersuchen und eventuell auszutauschen.

Dabei wird das Kissen fachmännisch geöffnet, die einzelnen Daunen werden entnommen und separat von der Kissenhülle gereinigt. Gebrochene Federn können so identifiziert, aussortiert und ersetzt werden. Im Anschluss können Sie sich somit über eine nahezu neues Kissen freuen.

Diese Behandlung hat allerdings ihren Preis, sodass sich ein solches Vorgehen lediglich bei hochwertigen Kissen lohnt.

Eine solche Reinigung sowie der Austausch beschädigter Daunen ist bei einem Kissen fragwürdig, bei einer Bettdecke jedoch zu empfehlen. Zum einen sind Daunendecken deutlich teurer, sodass das Verhältnis zwischen den Reinigungskosten und dem Anschaffungspreis akzeptabel ist. Zum anderen gestaltet sich das Waschen und Trocknen einer Daunendecke zu Hause äußerst schwierig.

Auf Federn spezialisierte Reinigungsunternehmen verfügen über große Waschmaschinen und professionelle Trockner, sodass Sie eine hygienisch einwandfreie Decke erhalten.

5. Federkissen für Allergiker

Federkissen waschen für Allergiker

Encasings helfen dabei, die Beschwerden zu lindern.

Früher wurde Allergikern von dem Kauf von Federkissen abgeraten. Dies lag jedoch vor allem an der vergleichsweise geringen erlaubten Waschtemperatur. Wenn Sie allergisch auf Hausstaub reagieren, sollten Sie lediglich Daunenkissen verwenden, die Sie bei 60 °C waschen können.

Zwar ist der Erfolg der Encasings nicht unumstritten, schaden können sie indes nicht. Alternativ können Sie selbstverständlich auch auf andere Synthetikkissen setzen, die Sie häufiger waschen können. Federkissen sollten Sie nicht öfter waschen, da sich die empfindlichen Federn ansonsten zu stark abnutzen, sodass Sie Ihr Kissen bereits nach kurzer Zeit austauschen müssen.

Achten Sie beim Waschen darauf, eine Temperatur von 60 °C einzustellen und den Eco-Modus auszuschalten. Bleibt dieser eingeschaltet, wird mit einer ähnlichen Reinigungswirkung gewaschen, die Temperatur liegt allerdings etwas tiefer. Dadurch überleben viele der Hausstaubmilben, die Sie beim Waschen beseitigen möchten.

Nähere Details über eine Hausstaubmilbenallergie, mögliche Auslöser sowie Behandlungsmöglichkeiten finden Sie hier.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (25 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verwandte Beiträge