Industriereiniger: Das müssen Sie bei der Verwendung beachten

Industriereiniger-Ratgeber
  • Gehen Sie bei der Verwendung von Industriereinigern extrem vorsichtig vor, da die enthaltenen Chemikalien höher dosiert sind als bei Haushaltsreinigern.
  • Tragen Sie zu Ihrem Schutz am besten eine Brille, eine Maske und vor allem Handschuhe.
  • In vielen Fällen schadet die Anwendung von Industriereinigern den Materialien. Empfindliche Materialien reagieren besonders empfindlich auf den Kontakt zu starken Säuren.

In Ladenlokalen, der Gastronomie oder auch der Fabrikhalle fallen oft größere Mengen Dreck und Schmutz an, für dessen Beseitigung haushaltsübliche Putzmittel nicht ausreichen. Wenn es also gute Industriereiniger gibt, wieso verwenden wir diese nicht auch im privaten Haushalt?

In unserem Ratgeber gehen wir auf die Inhaltsstoffe und Gefahren der professionellen Reinigungsmittel ein. Sie erfahren, worauf Sie bei der Verwendung achten sollten und mit welchen Tipps Sie sich schützen können.

Zusätzlich gehen wir in unserem Artikel auf alternative Reinigungsmittel ein, die Sie bedenkenlos im Haushalt einsetzen können.

1. Der Unterschied zwischen Haushalts- und Industriereiniger

Mit Grundreiniger putzen

Industrielle Reiniger wirken sehr stark.

Industriereiniger werden eingesetzt, um Sauberkeit und Keimfreiheit zu erreichen. Dies gilt sowohl in Hotels, Gastronomiebetrieben oder Werkshallen. Um dies zu ermöglichen, sind Industriereiniger extrem stark. Im Gegensatz zu natürlichen Inhaltsstoffen setzen Unternehmen in der Regel auf chemische Verbindungen, um Fett und Schmutz zu lösen oder Bakterien zu beseitigen.

Die Produkte, die Sie für den Hausgebrauch erwerben können, sind deutlich schwächer konzentriert. Es werden weniger starke Inhaltsstoffe eingesetzt, um Verbraucher zu schützen. Dieser Schutz dient jedoch nicht nur Ihrer eigenen Sicherheit, sondern kann auch Ihre Geräte, Böden oder Fenster schützen.

Falls Sie Spezialreinigungsmittel zu hoch dosieren oder aber falsch anwenden, riskieren Sie schwere Schäden. Je nachdem, welchen Industriereiniger Sie verwenden, ist dieser alkalisch oder aber sauer. Dies richtet sich vorwiegend nach dem Einsatzzweck des Kraftreinigers.

Der pH-Wert:

Die Skala des pH-Werts hat eine Spanne von 0 bis 14. Dabei bildet 7 einen neutralen Wert. Diesen weisen die meisten Allzweckreiniger auf. Unterhalb von 7 beginnt das saure Milieu. Je stärker eine Säure ist, desto niedriger ist der Wert.
Bei Zahlen oberhalb von 7 gelten Reiniger als alkalisch. Dies betrifft in der Regel Seifen.

Während saure Industriereiniger bestens für die Badhygiene eingesetzt werden können, bestehen Bodenreinigungsmittel für Parkett-, Laminat- oder Vinylböden häufig aus alkalischen Verbindungen. Es existieren jedoch viele verschiedene Arten an Industrie- und Haushaltsreinigern. Verstehen Sie diese Einteilung daher lediglich als grobe Richtlinie.

Haushaltsreiniger erhalten Sie in der Regel in kleinen Sprühflaschen oder Gefäßen mit einem Fassungsvermögen von nicht mehr als einem Liter. Für die eigenen vier Wände reicht diese Menge meist eine ganze Weile aus.

Im gewerblichen Bereich werden andere Mengen benötigt, sodass Sie Industriereiniger meist nur in Eimern oder Kanistern mit einem Inhalt von mindestens fünf oder zehn Litern kaufen können.

Aus Umweltgesichtspunkten sollten Sie Industriereiniger nicht im Haushalt verwenden. Viele Produkte enthalten Stoffe, die biologisch nur schwer abbaubar sind und auch durch Kläranlagen nur unzureichend gefiltert werden können.

2. Industriereiniger nur vorsichtig verwenden

Jedes Jahr werden mehr Reinigungsmittel verkauft:

Der Markt für Industrie- und Haushaltsreiniger ist mit einem jährlichen Umsatz von über 4,6 Milliarden Euro riesig und wächst stetig weiter.

Vielleicht denken Sie, dass ein industrielles Reinigungsmittel deutlich besser wirkt als gewöhnliche Putzmittel. Bei einer ordnungsgemäßen Anwendung steht dem Einsatz von Industriereinigern im Haushalt nichts entgegen. In vielen Fällen ist es jedoch unnötig, zu derart scharfen und gefährlichen Substanzen zu greifen.

Tragen Sie bei der Reinigung stets Handschuhe, um Verätzungen zu vermeiden. Einmalhandschuhe sind nicht zu empfehlen, da diese sehr dünn sind und schnell reißen können. Vergessen Sie bitte den Satz “Viel hilft viel”. Sofern Sie das Reinigungsmittel richtig dosieren, löst es Schmutz und Fett besonders effektiv.

Bei einer zu starken Konzentration des Reinigers leiden die behandelten Materialien. Die eingesetzten Chemikalien können so auf dem Boden, der Wand oder auch im Ofen verbleiben und zu einer dauerhaften Schädigung führen.

Je nachdem, welchen Industriereiniger Sie verwenden, gehen von diesem starke Dämpfe aus. Achten Sie daher auf eine gute Belüftung. Um Verätzungen der Atemwege sowie der Schleimhäute und der Augen zu vermeiden, arbeiten Sie am besten mit einer Atemschutzmaske sowie einer Schutzbrille.

2.1. Schmutz im Bad und in der Küche beseitigen

Tipps und Hilfe zum Umgang mit Industriereinigern

Fugen stellen beim Putzen ein besonderes Problem dar.

Hartnäckige Flecken und Verunreinigungen finden Sie hauptsächlich im Badezimmer und in der Küche. Sofern Sie einen Industriereiniger im Bad verwenden möchten, testen Sie die Materialverträglichkeit an einer unauffälligen Stelle. Empfindliche Fliesen vertragen scharfe Reinigungsmittel nicht.

Fugen stellen ein besonderes Problem dar. Dies gilt allerdings sowohl für Industrie- als auch für Haushaltsreiniger. Das Silikon wird bei der Verwendung nicht geeigneter Reiniger schnell brüchig. Schmutzpartikel können so noch besser an der Oberfläche haften und Schimmelflecken entwickeln sich rasant.

In diesem Fall helfen Ihnen lediglich spezielle Schimmelreiniger oder aber das Austauschen der Silikonfugen. Gehen Sie daher zunächst mit bewährten Hausmitteln wie Essig oder auch Zitronensäure vor, um das Silikon nicht zu beschädigen.

Tipp: Ganz ohne Chemie gelingt die Fugen- und Fliesenreinigung mit einem Dampfreiniger.

In der Küche ist Fett das häufigste Problem. Beim Kochen, Braten und Frittieren setzen sich Fettpartikel auf dem Boden, den Schränken und in den kleinsten Ecken ab. Hier helfen Fettlöser, um hartnäckige Ablagerungen zu beseitigen.

Wenn der klassische Haushaltsreiniger nicht mehr weiterhilft, können Sie auch zum Industrieprodukt greifen. Erwarten Sie an dieser Stelle allerdings keine Wunder und gehen Sie behutsam vor. Je nach Oberfläche beschädigen Sie empfindliche Gegenstände. Beachten Sie daher stets die Informationen auf dem Behälter.

2.2. Kinder schützen

Richtig lagern, um Risiken zu vermeiden

Bewahren Sie Ihre Reiniger sicher auf!

Reinigungsmittel aller Art sind besonders für Kinder extrem gefährlich. Kaum ein Erwachsener kommt auf die Idee, eine Flasche Reinigungsmittel zu trinken. Unfälle, bei denen sich Kinder verletzen, sind allerdings sehr häufig.

Bewahren Sie Ihre Haushalts- und erst Recht die Industriereinigungsmittel an einem Ort auf, der für Kinder unzugänglich ist. Aufgrund der zahlreichen chemischen Verbindungen sind einige industrielle Reiniger leicht entzündlich, sodass Sie dies bei der Lagerung berücksichtigen sollten.

Bewahren Sie diese daher nicht auf dem Dachboden auf, wo es in den Sommermonaten extrem heiß werden kann.

3. Industriereiniger für die Wasch- und Spülmaschine

Industriereiniger richtig entsorgen

Nutzen Sie keine Industriereiniger in Ihrer Spülmaschine.

Wäschereien oder Großküchen nutzen oftmals besondere Reinigungsmittel, die Sie im Supermarkt nicht finden. Die heimische Spülmaschine funktioniert jedoch anders als die professionelle Maschine, welche in der Gastronomie eingesetzt wird.

Großküchen benötigen Geräte, die extrem schnell sind. Dabei wird in der Regel eine hohe Hitze eingesetzt, wodurch Speisereste entfernt werden. Für den heimischen Gebrauch sind die Reinigungsmittel nicht konzipiert, da die Spülmaschine zu Hause anders arbeitet. Jeder Spülgang dauert wesentlich länger und die Temperatur ist niedriger.

In der Regel wird das Wasser in der Spülmaschine der Großküche mehrfach wiederverwendet. Der Industriereiniger bleibt so zum Teil erhalten. Bei der Spülmaschine zu Hause wird bei jedem Spülgang frisches Wasser benötigt und der Reiniger wird komplett ausgespült. So müssen andere Reiniger eingesetzt werden.

Zum einen kann der Einsatz eines Industriereinigers für die Spülmaschine dazu führen, dass das Geschirr nicht gänzlich sauber wird. Wahrscheinlicher ist es allerdings, dass Ihre Maschine sowie Ihr Geschirr angegriffen werden, da weder die Spülmaschine noch Ihre Tassen, Teller und Gläser für scharfe Reinigungsmittel ausgelegt sind.

Aufgrund der anderen Arbeitsweise sollten Sie auch bei der heimischen Waschmaschine nicht auf Produkte der Industrie setzen. Umweltfreundliche Alternativen reichen für den normalen Hausgebrauch Ihrer Maschine völlig aus.

Falls diese einmal unangenehm reicht, greifen Sie zu Essigessenz statt Waschpulver. Stellen Sie das Kochprogramm bei 95 °C ein und waschen Sie die Maschine leer. So töten Sie Bakterien und Pilze, die unangenehm riechen, zuverlässig ab.
Dies hilft meist deutlich besser als zu teuren Desinfektionsmitteln oder Maschinenpflegern zu greifen.

4. Das Auto mit Industriereiniger pflegen

Industriereiniger für Felgen

Gehen Sie bei der Pflege Ihres PKWs behutsam vor.

Bei der Autowäsche haben Sie es häufig mit festsitzendem Schmutz zu tun. Mit herkömmlichen Reinigern ist es manchmal mühselig und zeitintensiv, den Lack zu pflegen. Da erscheint der Griff zum Industriereiniger verlockend. Allerdings sollten Sie hier äußerst vorsichtig sein.

Viele Industriereiniger beinhalten starke Säuren, die den Lack Ihres Fahrzeugs angreifen können. Allenfalls können Sie diese im Bereich der Felgen bei hartnäckigen Verkrustungen einsetzen. Versuchen Sie es jedoch zunächst mit sanfteren Mitteln. Sobald die oberste Lackschicht einmal angegriffen ist, haben es Schmutz und Rost sehr leicht, sich an dieser Stelle festzusetzen. Bei Korrosionsschäden besteht zudem die Gefahr, dass sich diese schnell vergrößern.

Im Prinzip benötigen Sie für eine ordentliche und vollumfängliche Autopflege folgende Utensilien:

  • Staubsauger
  • Autobürste und Schwamm
  • Hochdruckreiniger
  • Glasreiniger
  • Autoshampoo
  • Autopolitur
  • Kunststoffreiniger

Manche Flecken, die durch Insekten, Vogelkot oder Harz entstehen, sind besonders hartnäckig und bedürfen daher besonderer Behandlung. Hierfür können Sie entweder zu Insektensprays greifen, die für einige Zeit einwirken müssen. Alternativ können Sie auch zu Reinigungsknete greifen. Der Vorteil bei dieser Methode besteht darin, dass Sie Schmutzpartikel einschließen und nicht nur verreiben, um sie anschließend an anderer Stelle wiederzufinden.

Tipp: Um Ihr Fahrzeug bestmöglich vor Staub, Schmutz und UV-Strahlung zu schützen, empfiehlt sich eine Nanolackversiegelung. So haben jegliche Partikel es deutlich schwerer, an der Oberfläche haften zu bleiben.

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