Wäsche nachhaltig waschen – warum das wichtig ist

Nachhaltig Wäsche waschen - Tipps und Empfehlungen

Die große Auswahl an Waschmitteln im Drogerie- und Supermärkten lässt Verbraucher immer wieder minutenlang vor dem Regal stehen, um schließlich irgendein Produkt zu kaufen, mit der Hoffnung, die richtige Wahl getroffen zu haben. Oftmals ist der Duft des Reinigungsmittels der entscheidende Faktor zum Kauf. Doch viele Waschmittel sind nicht nur unnötig teuer, sondern schaden auch noch der Umwelt. Warum es wichtig ist und sich lohnt auch einmal auf die Inhaltsstoffe zu achten und welche natürlichen, nachhaltigen Alternativen Ihre Wäsche ebenfalls zum Strahlen bringen, erfahren Sie im folgenden Ratgeber. 

Wie gefährlich sind Waschmittel? 

Konventionelle Waschmittel werden oft auf Basis von Erdöl, den sogenannten Tensiden, aber auch aus Duftstoffen, Enzymen, Konservierungsstoffen und Bleichmitteln hergestellt. Tenside sind Hauptbestandteil der meisten Waschmittel, belasten das Abwasser und schaden unserer Gesundheit. Warum werden sie dennoch eingesetzt? Sie lassen die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen, sodass eine Verbindung zwischen Wasser und Wäsche ermöglicht wird.

Wenig geregelt: Mittlerweile gibt es in der EU eine Regel, die besagt, dass Tenside biologisch abbaubar sein müssen. Ein großes Problem stellen aber die beim Kauf entscheidenden Duftstoffe dar. Denn diese sind häufig giftig und noch dazu sehr schwer abbaubar. Bislang gibt es hier keine einheitliche Regelung zum Schutz der Gewässer. 

Pulver oder Flüssigwaschmittel? Was ist besser?

Ein erster Schritt, die Kleidung nachhaltiger zu waschen, ist der Kauf von Waschmittel in Form von Pulver oder moderneren Alternativen wie Waschstreifen. Pulverwaschmittel benötigen in der Regel weniger Konservierungsstoffe. Ebenfalls entscheidend für die Umwelt ist die Verpackung: Kleine, kompakte Verpackungen aus Papier sind zusätzlich umweltfreundlicher als Plastik-Großverpackungen, in denen Füllstoffe enthalten sind. Füllstoffe haben keine Waschwirkung und belasten die Umwelt.

Doch auch Pulverwaschmittel können umweltschädliche Duftstoffe und ätherische Öle enthalten, sodass es empfehlenswert ist, sich zunächst über die Inhaltsstoffe auf der Rückseite der Verpackung vor dem Kauf zu informieren. 

Das Problem: Flüssiges ist verdünnt, Pulver hochkonzentriert. Für den Verbraucher ist ein systematischer Vergleich der eingesetzten Mengen der Inhaltsstoffe kaum möglich.

Mikroplastik im Waschmittel 

Neben den bereits genannten umweltbelastenden Inhaltsstoffen ist Mikroplastik in der Reinigungs- und Kosmetikindustrie heutzutage kaum noch wegzudenken. Als Mikroplastik werden feste und unlösliche synthetische, weniger als fünf Millimeter kleine Kunststoffe bezeichnet, welche ein Gift für die Natur darstellen. Die in Kosmetika und  Reinigungsmitteln enthaltenen mikroskopisch kleinen Kunststoffe gelangen beim Waschen ins Abwasser.

Kläranlagen sind zwar in der Lage etwa 95 Prozent aus dem Wasser herauszufiltern, jedoch werden Klärschlämme teilweise als Düngemittel auf Feldern verwendet, sodass die Mikropartikel wieder in der Natur landen und sich dort ansammeln. So verbreitet sich der kleine, nicht gefilterte Anteil in Flüssen, Seen und Meeren. Mit der Zeit zerfällt die Mikroplastik in immer kleinere Bestandteile und wird somit von Pflanzen und Tieren unbewusst als Nahrung aufgenommen.

Durch unsere Nahrung nehmen auch wir Menschen Mikroplastik und andere schädliche Stoffe auf.

Letztendlich gelangt Mikroplastik also in die Nahrungskette des Menschen. Deswegen setzen sich Umweltorganisationen für ein Verbot von Mikroplastik und anderen synthetischen Kunststoffen in der Kosmetikbranche ein.

Folgende Stoffe werden von beispielsweise Greenpeace oder BUND ebenfalls dem Begriff der Mikroplastik zugeordnet: 

  • Nylon-12 
  • Nylon-6
  • Polyethylene 
  • Acrylate Crosspolymer 
  • Acrylate Copolymer 
  • Polyethylenterephthalate 
  • Polypropylene 
  • Polyquaternium 
  • Polystyrene 
  • Polyurethane 
  • Polyacrylate 
  • Polymethylmethacrylate 
  • Polyurethane 

Aber wie können Sie Mikroplastik umgehen und ganz vermeiden? 

Alternative natürliche Waschmittel 

Nachhaltigkeit nimmt einen immer größeren Stellenwert in unserer heutigen Gesellschaft ein. Besonders in der Kosmetikindustrie werden immer mehr, moderne umweltfreundliche Alternativen zu herkömmlichen Reinigungsmitteln entwickelt. Doch oft braucht es gar nicht viel, um Wäsche nachhaltig zu reinigen. Manchmal sind es die einfachen Haushaltsmittel, die schon einen reinigenden Effekt auslösen können. 

Natürlich waschen mit Waschnüssen 

Die Waschnuss stammt aus Nordindien und wird in Europa mittlerweile sehr vielseitig eingesetzt. Aus den Schalen der Nuss entsteht ein Pulver, welches sich durch die Berührung mit Wasser zu einem Reinigungsmittel entwickelt. Bei diesem Prozess entsteht eine seifige, leicht schäumende milde Lauge. Hierin enthalten ist Saponin, ein umweltfreundlicher, natürlicher Inhaltsstoff, der eine reinigende Funktion bewirkt. 

Weitere natürliche Alternativen zu den herkömmlichen Waschmitteln sind: 

  • Gallseife 
  • Kernseife
  • Waschsoda 
  • Backpulver 
  • Waschball/Waschkugel
  • Keramikkugel 
  • Ökowaschball 
  • Lavaerde 

Wirkungsvolle, moderne Alternativen

Sollten Waschnüsse, Kernseife und Co. Sie dennoch nicht von ihrer Leistung überzeugen, gibt es mittlerweile moderne Alternativen, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und Natürlich legen. Ob in Form von Pulver, als pflanzenbasiertes Flüssigwaschmittel oder sogar als umweltfreundliche Waschstreifen – waschen geht auch ohne giftige Chemikalien. Die neuen, umweltfreundlichen Alternativen zeigen, dass auch plastikfreies Waschen möglich ist, indem sie großen Wert auf recyclebare Verpackung, 100% biologisch abbaubare Inhaltsstoffe und dennoch praktische Anwendung legen. 

Warum man auf Weichspüler verzichten sollte

Weichspüler wirken als zusätzliche Umweltbelastung. Für den herkömmlichen Waschvorgang ist Weichspüler nicht erforderlich. Denn auch dieser setzt unnötige Giftstoffe wie Tenside, Duftstoffe und andere synthetische Chemikalien frei. 

Essig als natürlicher Weichspüler 

Essig oder Essigessenz findet wahrscheinlich jeder in seinem eigenen Haushalt. Oftmals reicht schon eine kleine Menge pro Waschgang aus, um die Wäsche angenehm weich zu machen. Das Anwendungsprinzip ist genau das Gleiche wie beim normalen Weichspüler. Sie müssen den Essig einfach in das vorgesehene Weichspülerfach geben.

Stinkt die Wäsche dann nicht? Nun könnte man tatsächlich meinen, dass die Wäsche den Geruch des Essigs aufnimmt. Das ist jedoch nicht der Fall. Der Essig schützt zum einen die Waschmaschine vor Kalkablagerungen und hinterlässt zum anderen eine neutral riechende, weiche Wäsche. 

Natron oder Waschsoda als natürlicher Weichspüler 

Es ist günstig, in nahezu jedem Supermarkt erhältlich, umweltschonend und noch dazu sehr einfach in der Anwendung. Zwei Teelöffel Natron oder Soda reichen aus, um diese mit 100 ml Wasser zu vermengen und die daraus entstandene Lösung in das Weichspülerfach zu geben. Das Natron oder Soda verstärken zusätzlich die reinigende Wirkung des Waschmittels und sorgen für eine angenehm weiche Wäsche. 

Nachhaltige Waschmittel erkennen

Nachhaltige Waschmittel unterscheiden nicht in Vollwaschmittel, Colorwaschmittel und Wollwaschmittel, sondern vereinen all den unnötigen Verpackungsmüll in einem kleinen, umweltbewussten Produkt. Zusätzliche Unterstützung beim Kauf von umweltfreundlichen Waschmitteln leisten Labels wie das Umweltzeichen BLAUER ENGEL oder das EU Ecolabel, welche Informationen darüber geben, wie nachhaltig und umweltbewusst ein Produkt wirklich ist. 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (60 Bewertungen, Durchschnitt: 4,40 von 5)
Wäsche nachhaltig waschen – warum das wichtig ist
Loading...

Bildnachweise: © Iakov Kalinin - stock.adobe.com, © Uladzimir - stock.adobe.com (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verwandte Beiträge